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Die Zukunft der juristischen Recherche - Lawsearch AI
news@weblaw 20.02.2026

Die Zukunft der juristischen Recherche - Lawsearch AI

Weblaw AG
Weblaw AG

Mit dem rasanten Fortschritt von KI verändert sich auch die juristische Recherche grundlegend. Die Weblaw AG positioniert sich dabei als Innovationstreiber im Schweizer LegalTech-Markt. Mit den neuen Features von Lawsearch AI setzt Weblaw auf eine Kombination von klassischer Suche, semantischer Suche und KI-gestützte Antworten, um Jurist*innen schneller, präziser und kontextbezogener zu relevanten Rechtsinformationen zu führen – und damit die tägliche Arbeit nachhaltig zu vereinfachen. Die Suche wird zudem erweitert um ein ganzes Set an Werkzeugen, die als Word Add-In die Arbeit mit Dokumenten vereinfacht (LawDocs).

In diesem News@Weblaw-Interview stellen wir Franz Kummer, dem CEO der Weblaw AG drei spezielle Fragen zu den Neuheiten rund um Lawsearch AI


News@Weblaw: Lawsearch AI geht über klassische Stichwortsuche hinaus und versteht juristische Fragestellungen in natürlicher Sprache. Was war Eure strategische Motivation hinter diesem Schritt und welchen konkreten Mehrwert siehst Du für Kanzleien und Rechtsabteilungen in der Schweiz?


Franz Kummer: Juristische Recherche gehört zur DNA von Weblaw. Bereits im letzten Jahrtausend begann unsere Unternehmensgeschichte mit Recherchekursen für Jurist*innen. Auch heute ist unsere tägliche Arbeit in hohem Mass auf externes Wissen angewiesen – nicht nur aus Gesetzen, Entscheiden und Literatur, sondern aus einer Vielzahl weiterer Informationsquellen. Gleichzeitig erzeugen wir im Arbeitsalltag selbst eine grosse Menge an Informationen, was die Übersicht zunehmend erschwert.
Vor diesem Hintergrund haben wir uns früh mit der Frage auseinandergesetzt, welche Aspekte des Know-how-Managements und der Informationsbeschaffung für juristisch tätige Personen besonders relevant sind. Die Suche nahm dabei von Beginn an eine zentrale Rolle ein. Mit Lawsearch stellen wir seit 2001 eine unentgeltlich nutzbare juristische Websuche zur Verfügung. Der Schritt von der externen Recherche zur internen Rechercheunterstützung war daher konsequent und folgerichtig. Diesen haben wir mit Lawsearch Enterprise bereits vor rund 15 Jahren vollzogen.
Die jüngeren technologischen Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und der Large Language Models haben diese Entwicklung weiter vorangetrieben. Zwar wird nach wie vor recherchiert, doch besteht seit Längerem der Wunsch, nicht nur Suchresultate zu erhalten, sondern konkrete Antworten auf juristische Fragestellungen. Hinzu kommt, dass sich Suchanfragen nicht immer präzise mit den im Einzelfall exakt passenden Gesetzesverweisen oder Stichworten formulieren lassen. In der Schweiz wird diese Herausforderung durch die Mehrsprachigkeit zusätzlich verstärkt.
Die neuen Möglichkeiten generischer KI - insbesondere das Stellen von Fragen in natürlicher Sprache - haben die Ausgangslage grundlegend verändert. Für uns war jedoch klar, dass wir nicht lediglich einen weiteren Wrapper oder ein einfaches juristisches RAG-System (Retrieval Augmented Generation) bereitstellen wollten. Lawsearch AI geht deutlich über diesen Ansatz hinaus.
Neben einer klassischen Suche bieten wir eine semantische Suche sowie den Weblaw AI-Chatbot an. Damit ermöglichen wir sowohl traditionelle als auch KI-gestützte Recherchen in rund einer Million juristischer Datensätze, darunter die Gesetzgebung des Bundes und zahlreicher Kantone, die Rechtsprechung des Bundes, vieler Kantone sowie von Verwaltungseinheiten und der gesamte Weblaw Content. Dieser Datenbestand wird mit der bewährten mehrsprachigen juristischen Referenzerkennung von Weblaw verarbeitet, mit Originalquellen verlinkt und mehrsprachig mit relevanten Stichworten angereichert.
Dieser externe Rechercheansatz wird mit der internen Recherche in eigenen Dokumenten kombiniert. Auf Wunsch erfolgt diese unter Einsatz lokal betriebener Sprachmodelle.

Abb. 1) Suchoberfläche mit «normaler Suche», «semantischer Suche» und «AI-Chat».

News@Weblaw: Gerade im juristischen Umfeld sind Nachvollziehbarkeit und Quellenangaben entscheidend. Wie stellt ihr sicher, dass KI-generierte Antworten zuverlässig bleiben und rechtlich belastbar referenziert werden können?


Franz Kummer: Zwei Aspekte haben uns dabei besonders beschäftigt: Einerseits die Nachvollziehbarkeit der generierten Antworten, andererseits das Risiko von Halluzinationen. Aus diesen Gründen haben wir uns mit unserem Going Public bewusst mehr Zeit gelassen als viele Mitbewerber. Die erreichte Qualität - insbesondere im Umgang mit Halluzinationen - entsprach zunächst nicht unseren Anforderungen.
Zur Adressierung dieser Herausforderungen haben wir mehrere Ansätze miteinander kombiniert. Einen zentralen Ansatz habe ich bereits erwähnt: Wir stellen den Nutzer*innen nicht lediglich einen technischen Wrapper zur Verfügung, sondern arbeiten mit einer spezifisch juristischen Datenbank mit rund einer Million qualitätsgesicherter Dokumente.
Innerhalb einer Applikation kombinieren wir drei unterschiedliche Zugriffswege auf diesen Datenbestand. Erstens die klassische Stichwortsuche, bestehend aus der Standardsuche, einer Facettensuche sowie verschiedenen Filtermöglichkeiten. Zweitens eine semantische Suche, die Recherchen erlaubt, welche über das blosse Auffinden einzelner Begriffe hinausgehen und sich stärker an der Bedeutung der Suchanfrage orientieren. Drittens den AI-Chat.
Der AI-Chat basiert auf einer eigens entwickelten Pipeline und folgt einem agentischen Ansatz. Das Verhalten der KI wird gezielt gesteuert und durchläuft mehrere Prüfschritte. Dazu gehören sowohl Faktenchecks als auch Prüfungen auf inhaltliche Konsistenz. Bevor eine Antwort ausgegeben wird, wurde die gesamte Pipeline durchlaufen und alle vorgesehenen Kontrollen wurden durchgeführt. Sämtliche Aussagen in der Antwort sind mit Quellenangaben versehen, die direkt verlinkt sind. Darüber hinaus wird im jeweiligen Quelldokument farblich hervorgehoben, welcher konkrete Textabschnitt die Grundlage für die entsprechende Aussage bildet. Die einzelnen Verarbeitungsschritte werden zudem visualisiert und können während der Erstellung der Antwort mitverfolgt werden (vgl. Abb. 2).
Zur Umsetzung dieses Ansatzes setzen wir nicht ausschliesslich auf KI beziehungsweise Sprachmodelle, sondern kombinieren diese gezielt mit regelbasierten Verfahren. Unser Grundsatz lautet dabei: «Was mit hoher Sicherheit bekannt ist, muss nicht von einem Sprachmodell prognostiziert werden».
Mit diesem Ansatz erhöhen wir die Qualität der Antworten deutlich. Die Ergebnisse enthalten überprüfbare und direkt verlinkte Quellenangaben und sind damit in einem fachlichen Sinne nachvollziehbar - nicht im Hinblick auf die interne Modelllogik, wohl aber hinsichtlich der inhaltlichen Überprüfbarkeit. Gleichzeitig bleibt es jederzeit möglich, mit klassischen Recherchemethoden zu arbeiten, etwa mittels gezielter Stichwortsuche.

Abb. 2) Die Arbeit des AI-Chat wird visualisiert (Sie sehen die Recherche, den verarbeiteten Dokumentenstamm, die Qualitätsprüfung, inhaltliche Widersprüche, Auflösung und Faktencheck)..
Abb. 3) Inhaltliche Überprüfung, Korrekturen bei Widersprüchen in den Dokumenten werden aufgelöst, die einzelnen Bereiche werden abgearbeitet und bei Bedarf - d.h. bei Halluzinationen oder inhaltlichen Widersprüchen - neu erarbeitet.

News@Weblaw: Wenn Du einen Blick in die Zukunft wirfst: Welche Rolle wird KI Deiner Meinung nach in den nächsten Jahren im Schweizer Rechtsmarkt spielen und wie fügt sich Lawsearch AI in die übergeordnete Vision der Weblaw AG für digitale juristische Workflows ein?


Franz Kummer: Die juristische Arbeit befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Diese Entwicklung muss bereits im Studium aufgegriffen werden. Studierende sind in geeigneter Weise auf ihr zukünftiges Berufsleben vorzubereiten. Zahlreiche Tätigkeiten, die früher in Kanzleien oft informell und unter hohem zeitlichem Druck erlernt wurden, werden sie künftig nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben müssen. Juristische Fragestellungen werden zunehmend nicht mehr ausschliesslich händisch und rein intellektuell bearbeitet, sondern mithilfe von Software, die Ergebnisse und Entscheidungsgrundlagen liefert.
Entscheidend ist dabei, dass die Anwender*innen sowohl die Entstehung dieser Resultate als auch deren Bedeutung verstehen. Genau hier droht sich eine Kompetenzlücke zu öffnen. Offen ist, wie diese geschlossen werden kann und wer dabei welche Verantwortung trägt: die Universitäten, die zukünftigen Arbeitgeber oder die Studierenden beziehungsweise Mitarbeitenden selbst.
Parallel dazu nimmt der wirtschaftliche Druck auf Kanzleien zu, was sich bereits deutlich auf dem Arbeitsmarkt zeigt. Überspitzt formuliert stellt sich die Frage, ob Arbeitgebende eher in Menschen oder in Maschinen investieren. Sinnvollerweise wird es auf eine Kombination von beidem hinauslaufen. Eine ausschliessliche Fokussierung auf das eine oder das andere erscheint weder realistisch noch wünschenswert.
Vor diesem Hintergrund haben wir zwei unterschiedliche Tools entwickelt, die sich gezielt an ein juristisches Zielpublikum richten und dieses in der täglichen Arbeit unterstützen sollen. 
Mit Lawsearch AI bieten wir einen juristischen Research Agenten an, der (wie zuvor beschrieben)  interne und externe Datenquellen in hoher Qualität zusammenführt und als Grundlage für überprüfbare und damit belastbare Antworten dient.
Unser zweites Tool, LawDocs, unterstützt das juristische Schreiben. Es handelt sich um ein Word Add-in mit verschiedenen Modulen, darunter Formatierungsunterstützung, eine Klauseldatenbank und ein Übersetzungstool. Ganz im Sinne unserer Tradition verbindet auch LawDocs regelbasierte mit KI-gestützten Ansätzen. Weitere Details dazu folgen im nächsten Interview; für einen ersten Einblick verweisen wir auf www.weblaw.ch/lawdocs.
Was mir bei beiden Themen beziehungsweise Tools besonders wichtig ist: Wir sprechen bewusst von einer Unterstützung der juristischen Arbeit. KI soll im juristischen Umfeld kein Selbstläufer sein. Im Zentrum unseres Ansatzes stehen Qualität, Verantwortungsbewusstsein und ein sicherer Einsatz der Technologie.

 

Abb. 4) LawDocs AI: Klausel-Datenbank
Abb. 5) LawDocs AI: Multilinguales

News@Weblaw: Wenn Du Schweizer Jurist*innen aus Kanzleien, Unternehmen und Institutionen einen einzigen Grund nennen müsstest, warum sie Lawsearch AI ausprobieren sollten, welcher wäre das?

 

Franz Kummer: Mit einer einzigen Anfrage lassen sich interne und externe Quellen gleichzeitig einbeziehen. Dank der Pipeline und integrierter Faktenchecks entstehen qualitativ hochwertige, nachvollziehbare und überprüfbare Antworten. Die Qualität steigt, während der Zeitaufwand deutlich sinkt.

 

Vereinbaren Sie eine persönliche Demo und erleben Sie, dass die Zukunft der juristischen Recherche bereits Gegenwart ist.

Lawsearch AI

Weitere Informationen zu LawDocs finden Sie hier

Programmhinweis:
Am 18. März 2026 findet in der Zeit von 13:00-14:00 Uhr der BrownBag LegalTech: «Die Zukunft der juristischen Recherche - Lawsearch AI» live via Zoom statt.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine vorherige Registierung via Zoom ist notwendig.
Alle Informationen hierzu finden Sie unter diesem Link

Franz Kummer
Franz Kummer

lic. iur., Inhaber und CEO Weblaw AG und Weblaw GmbH (Deutschland)

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