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Vom Gerichtssaal in die Redaktion: Wie Katharina Siegrist Recht und Journalismus verbindet

Vom Gerichtssaal in die Redaktion: Wie Katharina Siegrist Recht und Journalismus verbindet

Cedric Frenzer
Cedric Frenzer

Wie gelingt der Wechsel von der klassischen juristischen Laufbahn in den Journalismus? Katharina Siegrist, Beraterin und Redaktorin beim «Beobachter» sowie Rechtsanwältin, spricht im Interview über die Hürden juristischer Fachsprache, die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Kanzleialltag und darüber, warum die Kunst in der Kommunikation oft in der Einfachheit liegt.


Themen: Karrierewechsel, Journalismus, Medien, Redaktion, Anwältin, Beobachter.
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Lesezeit: 3 Minuten.


Guten Tag Frau Siegrist. Sie haben Ihre Karriere als Rechtsanwältin hinter sich gelassen und sind seit 2014 als Redaktorin und Beraterin für den Beobachter tätig. Können Sie uns bitte Ihren Ausbildungsweg schildern und erläutern, was Sie dazu motiviert hat, eine journalistische Laufbahn einzuschlagen?


Mein Ausbildungsweg verlief eigentlich ziemlich geradlinig: Studium an der Uni Zürich, Praktika am Bezirksgericht und in einer Kanzlei, Anwaltsprüfung, Job in einer kleinen Wirtschaftskanzlei. Dabei wollte ich eigentlich schon immer Journalismus machen - schon als kleines Mädchen. Die Gelegenheit ergab sich dann eher aus der Not: Als ich Mutter wurde, wollte ich Teilzeit arbeiten und das war als Anwältin nicht wirklich möglich. Ich bewarb mich dann blind beim Beobachter und stieg dort zuerst als Rechtsberaterin ein.
 
Was waren die grössten Herausforderungen beim Übergang vom Anwaltsberuf in die Redaktion und den Journalismus und welche Vorteile hat Ihnen Ihre juristische Ausbildung dabei gebracht?
 
Juristinnen brauchen oft eine sehr komplizierte Sprache mit langen Sätzen und Fachbegriffen - für Laien und Leser schlicht unverständlich. Komplizierte juristische Sachverhalte in einfache Sprache zu übersetzen, das war die Herausforderung. 
 
Wie gestaltet sich Ihr Alltag heute?
 
Ich liebe meinen Alltag, weil eigentlich jeder Tag anders ist. Ich bin am Gericht, treffe Protagonistinnen, schreibe zu Hause im stillen Kämmerlein, nehme einen Podcast auf. Ich kann über das schreiben, was mich interessiert, und im besten Fall auch etwas bewegen.
 
Gibt es Aspekte des Anwaltsberufs, die Sie vermissen, und solche, die Sie auf keinen Fall vermissen?
Ich bin ziemlich kompetitiv. Sich vor Gericht mit der anderen Partei messen - das ist möglicherweise das, was ich vermisse. Alles andere vermisse ich ganz und gar nicht.

Es gibt immer noch Leute, die denken, nur weil sie etwas besonders kompliziert schreiben, wirken sie besonders kompetent. - Katharina Siegrist

Sie sind beim Beobachter als Redaktorin, Beraterin und Podcasterin tätig und engagieren sich zudem als Stiftungsrätin des SOS Beobachter. Was schätzen Sie besonders an Ihrer Arbeit beim Beobachter?


Die Arbeit ist sehr vielfältig und man geniesst grosse Freiheiten. 
 
Rechtliche Themen sind oft schwer zugänglich. Welche Ansätze empfehlen Sie, um komplexe rechtliche Inhalte für Menschen ohne juristischen Hintergrund verständlich zu machen?

Alles dreht sich um die Sprache. Es gibt immer noch Leute, die denken, nur weil sie etwas besonders kompliziert schreiben, wirken sie besonders kompetent. Das ist Blödsinn. Alles so einfach wie möglich schreiben! 

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Welche rechtlichen Themen wecken in der breiten Öffentlichkeit besonders viel Interesse?
 
Ungerechtigkeiten - sei das im Kleinen, eine pingelige Busse der SBB beispielsweise. Oder im Grossen: ein haarsträubendes IV-Verfahren, zum Beispiel.
 
Welche Tipps würden Sie Juristinnen und Juristen geben, die einen ähnlichen Karriereweg im journalistischen Bereich erwägen?
 
Heutzutage braucht es sicher eine gute Portion Hartnäckigkeit, um im Journalismus überhaupt Fuss fassen zu können. Ein Jusstudium kann eine gute Basis sein - wer das Recht versteht, versteht schon einen grossen Teil unserer Gesellschaft.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke in Ihre Karriere und in Ihre Arbeit beim Beobachter. Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute!

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